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Asbest

Asbestzement-Platten

Als Außenwandverkleidung waren diese Asbestzement-Platten keine Gefahr. Beim Abbruch können sie Asbestfasern freisetzen.

Asbest ist nach dem Gefahrstoffrecht in die höchste Kategorie der krebserzeugenden Stoffe (K1) eingestuft worden. Über die Atemluft aufgenommene Asbestfasern können sich im Körper anreichern und Ursache für chronische Erkrankungen sein. Das Risiko steigt u.a. mit der Höhe der Asbestfaserkonzentration in der eingeatmeten Luft und mit der Einwirkungsdauer.

Asbest ist ein faseriges Erdgestein (mineralische Herkunft). Aufgrund seiner positiven technischen Eigenschaften wurde Asbest vor allem in den 1960er und 1970er Jahren in unterschiedlichen Produkten des Baubereichs eingesetzt. Seit 1993 besteht in Deutschland ein Herstellungs- und Verwendungsverbot, das in der Chemikalienverbotsverordnung festgelegt ist. Asbesthaltige Produkte erkennt man an der weißgrauen bis grauen Farbe, an der stumpfen Oberfläche und den abstehenden Faserbüscheln an den Bruchkanten. Der Umgang mit asbesthaltigen Bauprodukten ist in der Gefahrstoffverordnung und in der Asbest-Richtlinie geregelt. Die Produkte werden nach ihrem Gefährdungspotenzial in schwach gebundene und fest gebundene Asbestprodukte unterteilt:

  • Schwachgebundene Asbestprodukte haben einen Asbestgehalt von 20 % bis 100 % und sind relativ weich. Sie befinden sich größtenteils im Bereich des Brand- und Wärmeschutzes (z.B. Asbestschnüre, asbesthaltige Leichtbauplatten („Promabest“) und Asbestpappen). Für solche Produkte in Gebäuden ist in der Asbest-Richtlinie NRW die Gefährdungsbeurteilung und Festlegung der Sanierungsdringlichkeit geregelt. Es dürfen nur Fachfirmen mit der notwendigen Sachkunde für die Sanierung bzw. Entsorgung beauftragt werden. Die Sanierungsdringlichkeit ist von unterschiedlichen Faktoren wie z. B. der Nutzung der Räumlichkeiten, ob Kinder in den Räumen leben und der Beschaffenheit sowie dem Zustand des Asbestproduktes abhängig.
  • Fest gebundene Asbestprodukte haben einen Asbestgehalt bis ca. 15 %. Hierbei handelt es sich größtenteils um Mischungen von Asbest und Zement (z.B. Platten für Dächer und Fassaden, Lüftungsrohre, Fensterbänke) sowie Asbest und PVC bei Floor-Flex-Fußbodenplatten bzw. Asbest und Bitumen/Teer bei Fußbodenklebern.

Gefährdungen durch Asbest können ganz allgemein bei größeren Eingriffen in ältere Bausubstanz (z. B. Abbruch von Wänden, Erneuerung von Deckenverkleidungen, Aufnahme von Fußböden usw.) auftreten. Auch alte asbesthaltige Nachtspeicherheizungen können Asbestfasern freisetzen.

Da Asbest im Baubestand nach wie vor ein großes Problem darstellt, wurde in 2017 von den Bundesministerien für Arbeit und Soziales sowie für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit der Nationale Asbestdialog ins Leben gerufen. Ziel des Asbestdialoges ist es Lösungen für den künftigen Umgang mit Asbest zu erarbeiten. Dabei steht vor allem auch der Gesundheitsschutz beim Umgang mit Asbest für Gebäudenutzer im Fokus.

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