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Radon

Radon

Radon ist ein radioaktives, geruchs- und geschmackloses Edelgas, das aus dem Erdreich z. B. durch undichte Fundamentplatten in Gebäude eindringen kann.

Radon ist ein natürliches, radioaktives Edelgas, das in Deutschland überall vorkommt. Radon wird permanent in Spurenmengen durch radioaktiven Zerfall aus allen Uran- und Thorium-haltigen Mineralen in den Porenluftraum der Gesteine und Böden freigesetzt. Die Radonkonzentration in der Bodenluft hängt daher sehr stark vom geologischen Untergrund ab. Für Deutschland sind Werte in einem Bereich von wenigen kBq/m³ [1] bis über 100 kBq/m³. üblich, lokal können aber auch deutlich höhere Konzentrationen vorkommen (1 Kilobequerel pro Kubikmeter = 1000 Bequerel pro Kubikmeter). In den Jahren 2001 bis 2003 wurden im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) mehr als 2.200 Einzelmessungen in Innenräumen in NRW durchgeführt. Die Daten liegen dem Umweltministerium NRW vor. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Daten lediglich als Anhaltspunkte für eine mögliche erhöhte Radon-Belastung anzusehen sind. Die Ergebnisse werden Kommunen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern vom NRW-Umweltministerium auf Anfrage mit Angabe von Ort und Postleitzahl zur Verfügung gestellt. Einen ersten Überblick gibt die Radonkarte für Nordrhein-Westfalen

Radon ist geruchs- und geschmacklos. Nur Messungen geben Aufschluss darüber, wie viel Radon in einem Gebäude vorkommt. Etwa 50 % der natürlichen Strahlenbelastung der Bevölkerung sind auf Radon und seine Zerfallsprodukte zurückzuführen. Radon dauerhaft und in erhöhter Konzentration eingeatmet, kann zu Lungenkrebs führen. Raucherinnen und Raucher sind dabei zusätzlich einem noch höheren Erkrankungsrisiko ausgesetzt. Die gesundheitliche Gefährdung geht dabei weniger vom Radongas selbst aus, sondern von seinen kurzlebigen radioaktiven Zerfallsprodukten.

Mögliche Eintrittsstellen an Gebäuden sind undichte Fundamentplatten, Risse im Mauerwerk oder Kabel- und Rohrdurchführungen. In Kombination mit gebietsbedingt erhöhten Konzentrationen im Boden könnten dann ggf. erhöhte Radon-Belastungen in Innenräumen auftreten. Allerdings gibt es nur sehr wenige Gebiete in NRW, die erhöhte Werte aufweisen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt Maßnahmen zur Reduzierung der Radon-Belastung. Die Radioaktivität der Raumluft sollte weniger als 100 Bq/m³ Luft betragen. Die Maßnahmen zur Reduzierung reichen vom Stoßlüften über das Abdichten von Ver- und Entsorgungsleitungen bis hin zum Einbau von Drainagesystemen.

Die EU-Richtlinie 2013/59/Euratom zum Schutz vor den Gefahren einer Exposition gegenüber ionisierender Strahlung gibt einen maximalen Referenzwert von 300 Bq/m³ in Innenräumen vor. Dieser Wert ist in Deutschland in das Strahlenschutzgesetz übernommen worden.

Weiterführende Informationen:

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Fußnoten:

  1. kBq/m³ : Kilobecquerel pro Kubikmeter (= 1000 Becquerel pro Kubikmeter)
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